
Warum Lebenszeit an der Tankstelle verschwenden?
Während der Verbrenner dich zum Warten zwingt, lädt das Elektroauto dann, wenn du ohnehin etwas anderes machst. Wir haben es mit einem MG IM6 ausprobiert.
Essen holen. Auto anstecken. Beides gleichzeitig erledigt.
Für diesen Praxistest stand keine künstliche Rekordfahrt auf dem Plan. Ich wollte mir Mittagessen holen und habe den MG IM6 währenddessen an einen Schnelllader angeschlossen. Nach 9 Minuten und 42 Sekunden waren 24,877 kWh nachgeladen. Der Ladezustand stieg von 65 auf 87 Prozent. Ich habe also nicht auf das Auto gewartet – das Auto hat auf mich gewartet.

Nicht jede Ladesäule hat dieselbe Aufgabe.
Langsames Laden ist nicht automatisch schlecht und schnelles Laden nicht immer nötig. Entscheidend ist, wie lange das Auto ohnehin steht.

AC-Laden
Ideal zu Hause, am Arbeitsplatz, im Hotel oder während eines längeren Termins. Das Fahrzeug lädt über Stunden – ohne zusätzliche Wartezeit.

DC-Schnellladen
Für die Reise oder kurze Zwischenstopps. Der Gleichstrom fließt direkt in die Batterie, deshalb sind deutlich höhere Ladeleistungen möglich.

Bezahlen
Je nach Betreiber startest du per Ladekarte, App, Bankkarte oder QR-Code. Vor dem Start lohnt der Blick auf Preis und mögliche Blockiergebühren.
Ein Anschluss, zwei Ladearten.
Beim CCS-Anschluss nutzt das Fahrzeug den oberen Bereich für AC-Laden. Für DC-Schnellladen kommen die beiden großen Gleichstromkontakte darunter hinzu.


Ankommen, verbinden, freischalten, weiterfahren.


Knapp zehn Minuten. Rund 25 kWh.
Die Ladesäule dokumentierte 24,877 kWh in 9:42 Minuten. Daraus ergibt sich über den gesamten Vorgang eine durchschnittliche Ladeleistung von rund 154 kW. Die Kurve lag anfangs bei etwa 170 kW und fiel zum höheren Ladezustand hin ab – genau so arbeitet ein Batteriesystem kontrolliert und schonend.

| Rechenbeispiel | Verbrauch WLTP | 24,877 kWh entsprechen rechnerisch |
|---|---|---|
| MG IM5 100 kWh Premium | 16,0 kWh/100 km | ca. 155 km WLTP |
| MG IM6 100 kWh Premium | 18,2 kWh/100 km | ca. 137 km WLTP |
Reine Verhältnisrechnung aus geladener Energie und kombiniertem WLTP-Verbrauch. Reale Reichweite und Ladeverluste hängen unter anderem von Temperatur, Tempo, Fahrstil, Strecke und Batteriebedingungen ab.

Eine Ladekurve ist kein fester Wert.
Die maximale Ladeleistung ist eine Spitze, kein Versprechen für jede Minute. Der Batteriestand, die Zelltemperatur, die Leistung der Säule und weitere Schutzfunktionen bestimmen den Verlauf. Besonders oberhalb von 80 Prozent reduziert das Fahrzeug die Leistung meist deutlich. Auf Reisen sind deshalb mehrere kurze Stopps häufig schneller als ein einziger Ladevorgang bis 100 Prozent.
800 Volt machen die Pause kurz.
Die neuen IM-Modelle nutzen eine 800-Volt-Architektur und eine 100-kWh-Batterie. MG nennt bis zu 396 kW DC-Ladeleistung und unter optimalen Bedingungen rund 17 Minuten von 10 auf 80 Prozent an einem 350-kW-Schnelllader.
MG IM5
- 100-kWh-Batterie
- bis zu 396 kW DC
- 10–80 Prozent in rund 17 Minuten*
- Premium: 16,0 kWh/100 km kombiniert
MG IM6
- 100-kWh-Batterie
- bis zu 396 kW DC
- Premium-SUV mit 800-Volt-Technik
- Premium: 18,2 kWh/100 km kombiniert
Was bedeuten 10 bis 80 Prozent? Bei 100 kWh Batteriekapazität sind das rechnerisch 70 kWh. Geteilt durch 17 Minuten ergibt sich eine durchschnittliche Leistung von rund 247 kW über dieses Ladefenster – trotz einer möglichen Spitze von 396 kW.
Die Routenplanung setzt Ladestopps automatisch.
Ziel eingeben, Route starten: Das Navigationssystem berücksichtigt den Ladezustand und schlägt passende Schnelllader entlang der Strecke vor. Im gezeigten Beispiel werden Anbieter, Leistung, erwarteter Ladezustand und die geplante Dauer direkt angezeigt. Damit wird aus der vermeintlichen Ladeplanung eine normale Navigationsaufgabe.

Die langsamste Säule kann im Alltag die bequemste sein.
Wenn das Auto mehrere Stunden steht, zählt nicht die Spitzenleistung. Für 70 kWh – also das Ladefenster von 10 auf 80 Prozent einer 100-kWh-Batterie – beträgt die reine Rechenzeit an 11 kW etwa 6 Stunden und 22 Minuten. In der Praxis kommt etwas Zeit durch Ladeverluste und Regelung hinzu. Über Nacht ist das meist unerheblich: morgens ist das Auto bereit, ohne zusätzlichen Stopp.
Elektroauto laden – kurz erklärt.
Was ist der Unterschied zwischen AC und DC?
AC ist Wechselstrom und eignet sich vor allem für längere Standzeiten. Beim DC-Schnellladen wird Gleichstrom direkt in die Batterie eingespeist, wodurch deutlich höhere Leistungen möglich sind.
Warum wird ab 80 Prozent langsamer geladen?
Mit steigendem Ladezustand reduziert das Batteriemanagement die Leistung, um Zellspannung und Temperatur im sicheren Bereich zu halten.
Muss ein Elektroauto immer bis 100 Prozent laden?
Nein. Im Alltag reicht häufig die für die nächste Fahrt benötigte Energie. Für Langstrecken kann ein höheres Ladeziel sinnvoll sein; die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs gibt die passenden Hinweise.
Kann ich ohne Vertrag öffentlich laden?
Viele öffentliche Säulen ermöglichen Ad-hoc-Laden per Bankkarte oder QR-Code. Preis und Zahlungsweg hängen vom Betreiber ab.
Wie lange dauert Laden zu Hause?
Das hängt von Batterie, aktuellem Ladezustand, Wallbox und fahrzeugseitigem AC-Lader ab. Da das Fahrzeug meist viele Stunden steht, ist die absolute Dauer im Alltag oft weniger wichtig als gedacht.
Plant das Auto Ladestopps selbst?
Moderne Navigationssysteme können Schnelllader entlang der Route einplanen und dabei Ladezustand, Entfernung und Ladeleistung berücksichtigen.
Laden wirkt kompliziert – bis du es einmal gemacht hast.
Wir zeigen dir IM5 oder IM6, den Ladeanschluss und die Routenplanung direkt am Fahrzeug.


